Renaissance der Kräuterheilkunde
claudia | 21 Juni 2008 | 00:27Nach dem Aufstieg der Wissenschaft gab es seit dem 19.Jahrhundert plötzlich die Möglichkeit, Pflanzenteile zu synthetisieren und die Dosierungen zu konzentrieren.
Die Verwendung von Heilkräutern erreichte ihren Tiefpunkt in der Mitte des 20. Jh.s.
Die Angst vor Nebenwirkungen von chemischen Medikamenten, das gestiegene ökologische
und das neue Gesundheitsbewusstsein, haben jedoch inzwischen zu einer Renaissance der Kräuterheilkunde geführt. Die pharmazeutische Industrie hat einerseits den Wert der Pflanzen erkannt und lässt auf der ganzen Welt die Kräuterheilkunde erforschen, auf der anderen Seite jedoch bangt sie um ihr fast vollständiges pharmazeutisches Monopol. Einige Heilmittelhersteller möchten die Pflanzenheilkunst ganz verbieten. Dabei hat man sich vor allem darauf konzentriert, in Pflanzen einzelne giftige Substanzen zu isolieren. So ist es etwa dem Salbei vor einigen Jahren ergangen. Die Kampagne brach jedoch rasch in sich zusammen, als weitere Forschungen ergaben, dass die übrigen Bestandteile des Salbei die toxische Wirkung neutralisieren. Für die Verwendung von Pflanzenpräparaten sollte man einen vernünftigen Mittelweg finden. So etwa gibt es in Kanada den Vorschlag, eine neue Klasse so genannter „Volksarzneien“ zu kreieren. Auf jedem dieser Produkte sollen die botanischen Namen verzeichnet sein, ebenso die verwendeten Pflanzenteile und die Art der Zubereitung. Die Ingredienzien sollen bestimmten Reinheits- und Konzentrationsvorschriften genügen. Marktschreierische Werbung hat zu unterbleiben. Ein solches System würde die Qualität der angebotenen Kräuterarzneien garantieren und ihre weitere Anwendung gestatten.
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